Impfung gegen Grippe (Influenza)

Soll ich oder soll ich nicht? - Aktuelles zur Grippeschutzimpfung

Grippeerkrankungen betreffen Menschen aller Altersgruppen. Ältere Personen, Schwangere und Personen mit Grunderkrankungen haben jedoch ein höheres Risiko für schwere Krankheitsverläufe.
Saisonale Grippewellen treten jährlich auf und beginnen meist nach dem Jahreswechsel. Die Stärke schwankt von Jahr zu Jahr und ist nicht vorhersehbar. Es infizieren sich schätzungsweise 5-20% der Bevölkerung.
Die jährliche Grippeschutzimpfung stellt die wichtigste Vorsorgemaßnahme dar.

Für wen gilt die Impfempfehlung?

Die ständige Impfkommision (STIKO) empfiehlt die Impfung allen Personen ab 60 Jahren, allen Schwangeren, Personen jeden Alters mit Grunderkrankungen und medizinischem Personal. Auch Menschen mit engem Kontakt zu alten oder chronisch kranken Menschen sollten auf Ihren Grippeschutz achten.

Wie ist der aktuelle Impfstoff zusammengesetzt?

Derzeit gibt es ausschließlich den sog. quadrivalenten Impfstoff, der gegen die vier wichtigsten aktuellen Virus-Subtypen wirksam ist. Ein quadrivalenter Impfstoff hat sich bereits im letzten Jahr bewährt und wird auch jetzt wieder von den Krankenkassen für alle Versicherten mit Indikation finanziert. Es handelt sich um einen „Totimpfstoff“, der Virus wird dafür in Hühnereiern angezüchtet.

Wie ist die Verträglichkeit?

Die aktuellen Grippeimpfstoffe sind in der Regel gut verträglich. (Eine Ausnahme besteht für Patienten mit einer schweren Allergie gegen Hühnereiweiß. Hier muss im Einzelfall entschieden werden, ob eine Impfung möglich ist.) Durch die natürliche Auseinandersetzung des Organismus mit dem Wirkstoff können Lokalreaktionen (lokaler Schmerz, Rötung, Schwellung an der Impfstelle) auftreten. Vereinzelt kommt es zu Allgemeinsymptomen wie bei einer Erkältung (Fieber, Frösteln, Kopf- und Gliederschmerzen), die in der Regel innerhalb weniger Tage folgenlos abklingen. Es ist nicht möglich, durch die Impfung an Influenza zu erkranken.

Wie sicher schützt mich die Impfung vor einer Grippeinfektion?

Bis das Immunsystem nach einer Impfung entsprechend reagiert hat, dauert es 10-14 Tage. Daher kann es zu einer Grippeinfektion kommen, wenn kurz vor der Impfung bereits eine Ansteckung erfolgte, die Erkrankung aber noch nicht ausgebrochen war (Inkubationszeit). Auch eine Ansteckung in den ersten Tagen nach der Impfung – wenn der Impfschutz noch nicht vollständig ausgebildet werden konnte – führt unter Umständen zur Erkrankung. Nach Ausbildung der Immunantwort ist dann der Schutz gegen alle im Impfstoff enthaltenen Virusstämme gegeben.

Besonderheiten für Schwangere

Besonders unseren schwangeren Patientinnen möchten wir eine Grippeschutzimpfung ans Herz legen. Schwangere haben meistens bisher noch nie eine Grippeimpfung erhalten, weil sie bisher nicht zum gefährdeten Personenkreis gehörten. Sie stehen der Impfung oft sehr kritisch gegenüber, da sie für sich und ihr Kind unerwünschte Nebenwirkungen befürchten. Aber gerade für sie ist die Impfung von großem Vorteil.

Dies hat vor allem drei Gründe. Zum einen steigt im Verlauf der Schwangerschaft das Risiko für schwere Verläufe der Grippe mit Komplikationen, wie zum Beispiel einer Lungenentzündung. Außerdem erhöht eine Grippeinfektion die Gefahr von Wachstumsverzögerungen und von Fehl- oder Frühgeburten. Der dritte Grund ist, dass diese Impfung auch Ihr Kind nach der Geburt schützt. Durch die Plazenta werden die nach der Impfung gebildeten Antikörper der Mutter auf das Kind übertragen. Man nennt dies „Leihimmunität“. Dies ist ein wichtiger Schutz, da Grippeerkrankungen bei Kindern im ersten Lebensjahr häufiger mit Komplikationen verbunden sein können.

Bitte sprechen Sie uns an, wenn Sie Fragen zur Impfung haben. Wir geben Ihnen gerne Auskunft und als qualifizierte Impfpraxis können wir die Grippeimpfung bei Ihnen durchführen. Sie brauchen dazu keinen Vorsorgetermin, die Impfung kann kurzfristig in unserer Praxis erfolgen.

Bei Indikation übernehmen alle Krankenkassen die Kosten für die Impfung.

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